Ministerin Gerlach besucht Campus Garmisch-Partenkirchen
Caritasverband München-Freising, TU München und LongLeifGaPa gGmbH präsentieren Innovationen für die Zukunft der Pflege
Garmisch-Partenkirchen, 22. Januar 2026 - Bei ihrem Besuch des Campus Garmisch-Partenkirchen hat sich Judith Gerlach, Bayerns Staatsministerin für Gesundheit, Pflege und Prävention, über den aktuellen Stand der Geriatronik-Forschung sowie über künftige Vorhaben und die strategische Weiterentwicklung des Großprojekts informiert. Im Mittelpunkt des Austauschs standen die innovativen Lösungsansätze für die Herausforderungen einer zunehmend älter werdenden und pflegebedürftigen Gesellschaft sowie mögliche Anknüpfungspunkte. Staatsministerin Gerlach betonte: „Der Campus Garmisch-Partenkirchen zeigt eindrucksvoll, wie Forschung, Bildung und Pflege zusammenwirken können, um konkrete Antworten auf die Herausforderungen unserer alternden Gesellschaft zu geben. Hier entstehen innovative Lösungen, die Pflegekräfte entlasten und gleichzeitig die Lebensqualität pflegebedürftiger Menschen verbessern.“ Am Standort entwickeln der Caritasverband der Erzdiözese München und Freising e.V., die Technische Universität München (TUM) und die LongLeifGaPa gGmbH Lösungen für die Zukunft der Pflege.
Auch die Erste Bürgermeisterin des Markts Garmisch-Partenkirchen, Elisabeth Koch, ist mehr als überzeugt von diesem Projekt: „Der Campus Garmisch-Partenkirchen ist für mich ein echtes Herzensprojekt. Mit der TUM und der Caritas schaffen wir hier etwas, das weit über einzelne Gebäude hinausgeht: einen Ort, an dem Forschung, Bildung und Pflege dauerhaft miteinander verbunden sind. Dieses Projekt ist wegweisend – für unseren Markt, für die Region und für die Frage, wie wir dem demografischen Wandel mit Verantwortung und Zuversicht begegnen.“
Zukunftslabor für Pflege und Gesundheit
Der Campus Garmisch-Partenkirchen präsentierte sich am neuen Forschungsstandort der TUM als Innovationsort, an dem Forschung, Lehre und Pflegepraxis eng miteinander verzahnt sind. Ziel der starken Forschungs- und Wirkungsgemeinschaft zwischen Caritas, TUM und Markt Garmisch-Partenkirchen ist es, durch die interdisziplinäre Expertise, wissenschaftliche Erkenntnisse konsequent in die Anwendung zu bringen und damit zur Weiterentwicklung von Pflege und Versorgung beizutragen. Die drei Partner sind sich der strategischen und sozialen Bedeutung ihres Projekts bewusst: „Unser Anspruch ist es, Innovation nicht nur zu erforschen, sondern sie gemeinsam mit Pflegepraxis, Wissenschaft und Politik wirksam in die Versorgung zu überführen”, erklärte Caritasdirektor Dr. Hermann Sollfrank. „Der heutige Besuch unterstreicht die Bedeutung des Campus als Zukunftslabor für Pflege und Gesundheit”, so der Vorstandsvorsitzende des Caritasverbands München-Freising weiter.
Image- und Attraktivitätstreiber für die Pflege
Im Gespräch mit der Staatsministerin wurde deutlich, dass der Campus entscheidend zur Bewältigung des demografischen Wandels beiträgt und zugleich die Attraktivität des Pflegeberufs in der Region stärkt. Die Ausgangslage ist eindeutig: Garmisch-Partenkirchen zählt zu den ältesten Landkreisen Bayerns, über 25 Prozent der Bevölkerung sind über 65 Jahre alt, und 7 bis 11 Prozent bereits über 80. Zuzüge älterer Menschen und die Abwanderung jüngerer Jahrgänge verstärken diese Entwicklung zusätzlich. „Wir wollen zeigen, dass Pflege ein hochinnovatives, verantwortungsvolles und attraktives Berufsfeld ist. Wir forschen und bilden im Kontext moderner Technologien, die sinnvoll unterstützen und neue Perspektiven eröffnen“, so Caritas-Vorständin Gabriele Stark-Angermeier. „Unsere gemeinsame Forschung zielt darauf ab, Selbstständigkeit und soziale Teilhabe im Alter, sowie Sicherheit zu stärken – sei es durch Robotik, intelligente Assistenzsysteme oder neue Versorgungsmodelle“, betonte sie. Von besonderer Bedeutung ist die Verbindung von Pflege(aus)bildung, Pflegepraxis, Digitalisierung und Geriatronik. „Dies gestalten wir bereits mit modernen Lernkonzepten an unserem neuen Bildungsstandort und setzen zugleich auf die Themen KI und Robotik in der Pflegebildung -praxisnah, individuell und zukunftsorientiert,“ ergänzte Christine Höppner, Geschäftsleitung des Caritas-Instituts für Bildung und Entwicklung (IBE).
Praxisnahe Demonstrationen innovativer Pflegetechnologien
Ein besonderer Schwerpunkt des Besuchs lag auf praxisnahen Demonstrationen in den Testlaboren des Forschungszentrums: Assistenzroboter GARMI und sein erstmals vorgestellter Nachfolger GARMI 1.1 veranschaulichten, wie Technologie Pflege menschlicher macht. GARMI zeigte sein Potenzial zur Entlastung von Pflegekräften, etwa durch das sichere Navigieren eines Pflegewagens. Anwendungen wie diese schaffen Freiräume für das Pflegepersonal – Zeit, die unmittelbar den Menschen zugutekommt. Während GARMI auf Fragen von Nutzern bisher nur schriftlich auf einem Bildschirm antwortete, nutzt GARMI 1.1 nun eine Stimme und führt Gespräche. Ministerin Gerlach durfte die Steuerung eines Roboters selbst erproben – genauer gesagt die „Teleoperation” per Virtual Reality. Gerade für ältere Menschen in ländlichen Regionen ermöglicht diese Technologie medizinische, pflegerische und auch emotionale Unterstützung - unabhängig von Wohn- und Standort. Gerlach probierte dann ebenso eines der an der TUM entwickelten Exoskelette aus. Dies sind unterstützende Anzugsysteme, die sowohl Pflegepersonal als auch älteren Menschen im Alltag helfen, Kräfte zu sparen.
Alexander König, Leiter des Lehrstuhls für Robotik und Systemintelligenz, erläutert den Entwicklungsstand Assistenzrobotik made in Germany: „Eine Vielzahl von übereinstimmenden Trends ermöglichen es endlich, Robotik aus den Laboren in die reale Welt zu senden. Dazu zählen unter anderem bessere Algorithmen, gesteigerte Rechenleistung und günstigere Hardware. Der Zeitpunkt könnte besser nicht sein, denn die alternde Gesellschaft wird uns in den kommenden Jahren vor enorme Herausforderungen stellen, an deren Lösung wir bereits heute intensiv arbeiten müssen. Robotik und KI sind hier Schlüsselfaktoren."
Austausch zu Prävention im Sozialraum
Ein besonderer Fokus lag noch auf Lösungen und Angeboten zu Versorgung und Prävention im Sozialraum GAP, wie sie im Kontext eines zukünftigen Pflegezentrums am Campus Gestaltung finden: „Prävention, Rehabilitation und Pflege müssen künftig noch stärker zusammengedacht werden“, sagte Caritas-Vorstand Professor Sollfrank. „Förderprogramme wie beispielsweise das Programm PflegesoNahFöR bieten hier eine wichtige Grundlage, um zukünftige Konzepte der Sozialraumorientierung nah am Menschen umzusetzen.“
Der Besuch von Staatsministerin Gerlach unterstrich die Rolle des Campus Garmisch-Partenkirchen als zentralen Impulsgeber für eine zukunftsfähige, technologiegestützte Pflege und eine bedarfsgerechte Versorgung im Alter.
Foto © Max Merget/TUM
Foto © Max Merget/TUM
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